Der prächtige Sitz des Herzogs
Im Jahr 1792 kaufte Peter Biron, Herzog von Kurland und Sagan, das Anwesen. Dieser gebildete Liebhaber der Kunst und Wissenschaft hatte ein abwechslungsreiches Leben voller dramatischer Wendungen hinter sich. Er wuchs am Zarenhof auf und folgte 1740, im Alter von sechzehn Jahren, seinem Vater in die langjährige Verbannung nach Sibirien. Im Jahr 1769 übernahm er die Herrschaft im Herzogtum Kurland von seinem Vater, reformierte dort das rückständige Bildungswesen, förderte Kunst und Wissenschaft und strebte nach wirtschaftlichem Aufschwung des Landes. Die trostlose innenpolitische Lage und die Einmischung Polens und Russlands in die Angelegenheiten Kurlands führten 1795 zur Abdankung des Herzogs. Auf seinem Anwesen in Náchod hob er in nur wenigen Jahren seiner Herrschaft das Niveau des lokalen Kulturlebens erheblich an. Er richtete direkt im Schloss ein Theater ein und veranstaltete dort Opernaufführungen, Singspiele und Theaterstücke. Seinen fortschrittlichen und aufklärerischen Reformgeist bewies er unter anderem dadurch, dass er nach dem Vorbild der Kammergüter die Fronarbeit auf dem hiesigen Gut in Lohnarbeit umwandelte. Nach dem Tod des Herzogs im Jahr 1800 erbte seine älteste Tochter Katharina Friederike Wilhelmine, bekannt als die Fürstin aus dem Roman Großmutter von Božena Němcová, das Anwesen. Diese Herzogin von Sagan ging vor allem durch ihre aktive Beteiligung an der Bildung der letzten anti-napoleonischen Koalition im Jahr 1813 in die Geschichte ein.