Das alte Schloss in Náchod unter den Fürsten zu Schaumburg-Lippe

Im Jahr 1842 kaufte Prinz Georg Wilhelm Schaumburg-Lippe das Anwesen für 2.500.000 Gulden für seinen zweitgeborenen Sohn Wilhelm Karl August und gründete damit die Náchod-Sekundogenitur des Geschlechts. Prinz Wilhelm begann mit seiner Frau, Prinzessin Bathildis, das Schloss ab den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts zu bewohnen. Der Schlossbesitzer war sich des Wertes des Schlosses Náchod bewusst und nahm daher wahrscheinlich keine wesentlichen Umbauten mehr vor. Er ließ das Schlossarchiv und die Bibliothek neu organisieren und öffnete die Innenräume des Schlosses in den Sommermonaten für die Öffentlichkeit. Auch bei der Verwaltung des Anwesens war er erfolgreich. Die Region Náchod zeichnete sich insbesondere durch die Schafzucht und das Bewässerungssystem in Ratibořice aus. Nach dem Tod von Wilhelm übernahm sein zweiter Sohn Friedrich die Verwaltung des Anwesens. Der letzte Schlossherr war zweimal verheiratet. Ende des 19. Jahrhunderts heiratete er die Tochter des dänischen Königs, Prinzessin Louise Caroline. Nach ihrem Tod heiratete er die Anhaltische Prinzessin Antoinette Anna, mit der er bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem Anwesen in Náchod lebte. Am 21. Juni 1945 wurde der Fürstenfamilie Schaumburg-Lippe ihr gesamter Besitz enteignet und ging in staatliche Verwaltung über.