Denkmal erster Kategorie

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss Náchod der Fürstenfamilie Schaumburg-Lippe enteignet und ging in Staatsbesitz über. Am 23. September 1948 wurde es von der Nationalen Kulturkommission übernommen. Der erste Schlossverwalter der Nachkriegszeit war Jan Slezák. Die Ausstattung des Schlosses wurde erstmals 1947 und erneut 1950 inventarisiert. Damals wurde eine Reihe von Schlossausstattungen aussortiert oder an andere Orte gebracht. Ein Teil des Inventars des Schlosses wurde in den ersten Jahren nach dem Krieg gestohlen. Dennoch sind bis heute viele Originalgegenstände im Schloss erhalten geblieben, ergänzt durch Ausstattungsgegenstände aus Schlössern der sogenannten zweiten Kategorie (d. h. aus Denkmälern, die nicht für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden). Dabei handelte es sich beispielsweise um Gegenstände aus den Schlössern Horní Maršov oder Bílé Poličany. Ende der 1940er Jahre wurde das Schloss wieder für Besucher geöffnet (Besichtigungen des Schlosses Náchod fanden bereits unter der Familie Schaumburg-Lippe statt). Im Jahr 1952 wurde die Besichtigungsroute geändert, wobei die ursprünglichen Tapeten entfernt und eine Reihe von Gegenständen in Depots gelagert wurden. Die Innenräume des Schlosses sollten vor allem an die Piccolomini-Sammlungen erinnern, aber es wurden auch Familienporträts von Mitgliedern der Familie Schaumburg-Lippe ausgestellt, die aus dem Schloss in Ratibořice stammten. Seit 1958 steht das Areal des Schlosses Náchod unter Denkmalschutz. In den 1960er Jahren begannen die Vorbereitungsarbeiten für die vollständige Restaurierung des Schlosses in Náchod. Die sogenannte Muster-Denkmalrestaurierung wurde in den 1970er Jahren begonnen, als das Schloss für die Öffentlichkeit geschlossen wurde. Im Rahmen der Renovierung wurden Türen, Fenster und Zäune komplett ausgetauscht und neue Sgraffito-Fassaden geschaffen. Das Schloss wurde 1977 für Besucher geöffnet. Damals wurden die Innenräume erneut umgestaltet. Alle Räume wurden weiß getüncht und die alten Fußböden mit modernen Parkettfliesen überdeckt. Die Ausstellung präsentierte ausschließlich die Ära der Piccolomini und die Barockkunst. Ein Großteil der ursprünglichen Schlossausstattung landete in Depots. Die vollständige Restaurierung des Areals wurde jedoch nicht abgeschlossen. Sie endete bei den Eingangsgebäuden – dem Verwaltungsflügel und dem Turion. Organisatorisch unterstand das Schloss Náchod dem Regionalzentrum für staatliche Denkmalpflege und Naturschutz in Pardubice. Nach 1989 wurden kleinere Änderungen an den Innenräumen des Schlosses vorgenommen, da dort Gegenstände ausgestellt wurden, die an ihre ursprünglichen Besitzer zurückgegeben wurden (z. B. an das Schloss Rychnov nad Kněžnou oder Doudleby nad Orlicí). Damals wurde von der Familie Schaumburg-Lippe ein Anspruch auf Rückgabe der Schlösser in Náchod und Ratibořice geltend gemacht, jedoch ohne Erfolg. In den 90er Jahren wurde das Schloss stand weiterhin organisatorisch unter dem Staatlichen Denkmalschutzinstitut in Pardubice und seit 2003 unter dem Nationalen Denkmalschutzinstitut.